Süchte beim Hund – gibt es die?

Wenn dir jemand sagen würde, dein Hund sei süchtig, würdest du denjenigen vermutlich mit großen Augen ansehen. Sucht beim Hund? Gibt es das überhaupt? So wie wir Menschen süchtig nach Zigaretten, Süßigkeiten, Gaming oder Sport sind? Bei näherer Betrachtung kann ein Hund durchaus süchtig werden, z.B. nach Sport bzw. Bewegung. Nicht umsonst macht er jede Menge Faxen, wenn er dich auch nur zur Tür schreiten sieht. In diesem Sinne wollen wir mal schauen, ob und welche Süchte beim Hund auftreten können.

Die Definition von Sucht

Was ist eigentlich Sucht? Um von der menschlichen auf die Hundewelt zu kommen, müssen wir den Begriff der “Sucht” beim Hund etwas abstrahieren. Man kann sich gut vorstellen, dass beim Hund Bewegungen, Gewohnheiten, Objekte oder Handlungen süchtig machen können – und zwar psychisch. Der Hund ist süchtig, wenn er das (im weitesten Sinne) “Suchtmittel” regelmäßig braucht, um sich wohlzufühlen. Dazu setzt er auch mal das eine oder andere übertriebene Verhalten ein, um es sich zu holen: klassisches Suchtverhalten eben. Auch bei der psychischen Sucht kann das Verlangen so stark werden, dass Entzugssymptomatiken auftreten, wenn man dem Hund das “Suchtmittel” verwehrt.

Physiologie: Das geschieht bei Erhalt des Suchtmittels 

Das Wohlgefühl, das entsteht, wenn der Hund das Suchtmittel bekommt, hat seine Ursache im Gehirn. Das Suchtmittel/der Auslöser beeinflusst die Verarbeitung von Informationen im Gehirn und sorgt dadurch für die Freisetzung von Dopamin. Dieses Hormon (dieser Neurotransmitter) gibt dem Hund das wunderbare Gefühl einer Belohnung – ein Gefühl, das wahrlich süchtig machen kann. Ist der Auslöser auch noch mit Bewegung verbunden, wird der Vierbeiner gleich doppelt motiviert, sein Verhalten zu wiederholen, denn Bewegung setzt zusätzlich Endorphine (Glückshormone) frei [1].  

Suchtverhalten des Hundes: Der Balljunkie

Obwohl Substanzsucht bei Hunden eher unbekannt sind, können sie süchtig werden. Das Objekt der Begierde sind dann wohl eher Bewegung oder Dinge. Ein Hund, der süchtig nach Bewegung ist, verfällt beim Rausgehen sofort in einen “Rauschzustand”, wirkt gestresst und hektisch. Er erwartet den Gefühlsrausch, die Glücks- und Belohnungsgefühle, ganz besonders wenn dein Hund ein Jagdhund ist [1]. Auch bekannt sind die sogenannten Balljunkies, die süchtig nach Jagen und Apportieren sind. Haben wir Menschen die Sucht des Hundes geschürt, indem wir immer und immer wieder den apportieren Ball oder ein Dummy werfen, wird er die nicht-Erfüllung seiner Erwartungshaltung nicht einfach so hinnehmen. Der Balljunkie hebt das Objekt wiederholt auf und legt es dir hin, er belauert dich und bellt dich sogar mitunter an, ist stereotyp auf das Lustobjekt konzentriert. Bei jedem Spaziergang wird dein Hund dich voller Erwartung anschauen und dir deutlich zeigen, was er will. Im Extremfall lässt er sich nicht beruhigen, steht so unter Strom, dass ein normaler/kontrollierter Spaziergang nicht mehr möglich ist. Sieht er dann das begehrte Objekt, fängt er vielleicht an zu zittern, zu bellen, zu jaulen. Dieses Suchtverhalten kann sich schon nach wenigen Wiederholungen (Ball werfen) von uns entwickeln, und zwar umso früher, je mehr der Hund auf Jagd oder Hüten ausgerichtet ist [2]. Das fatale daran ist auch, dass unser “Balljunkie” in diesen Situationen nicht mit seinem Gehirn agiert. Er handelt impulsiv, wenn er dem Ball folgt. Leider kann sich dieses impulsive Verhalten erweitern, indem dein Hund auch anfängt, Radfahrer, Jogger, rennende Kinder zu jagen. Dieses unerwünschte Verhalten kann also sogar gefährlich werden, z.B. wenn er auf die Straße läuft [3]. 

Ausbruch aus dem Suchtverhalten

Vielleicht klingt das für dich alles nicht so dramatisch, aber dein Hund steht unter Stress, wo eigentlich Entspannung sein sollte. Um aus dem stereotypen Schema wieder auszubrechen, solltest du deine Fellnase gut beobachten und frühzeitig abschätzen, wo sein Belohnungssystem aktiviert werden könnte. Beobachte sein Verhalten:

  • Ist er beim Spazierengehen nur auf den Ball fixiert und interessiert sich für nichts anderes?
  • springt oder bellt er dich an, bis der Ball erneut fliegt?
  • ist er nicht mehr ansprechbar während dieser Zeit?

Dann solltest du einschreiten und beim Spazierengehen Aktivitäten einbauen, die sein Nachdenken, seine Ruhe und Konzentration erfordern. Lass deinen Liebling z.B. etwas suchen, bündel seine Konzentration durch Nasenarbeit, erkundige mit ihm zusammen die Natur. Enttäusche ihn auch mal, wenn du seine hohe Erwartungshaltung spürst, z.B. wenn du parkst und er schon hektisch wird. Statt seiner Erwartung nachzugeben, bleibst du z.B. einfach sitzen oder gehst ein paar Schritte alleine. So wird mit der Zeit aus Dauerstress für deinen Hund eine entschleunigte, abwechslungsreiche Interaktion zwischen euch [1; 2; 3]. 

Das Ziel deiner Arbeit

Natürlich möchten wir den Hunden nicht den Spaß verderben. Wir möchten aber hier den Unterschied zwischen Freude am Tun und Stressbegierde darstellen. Wenn dein Hund süchtig ist, nach was auch immer, dann ist er fixiert, in seinem Bewegungsspielraum eingeschränkt, unter Hochspannung, nicht bereit für Training und sinnvolle Befehle und ein Nervenbündel. Und auch für uns ist dann ein Spaziergang mit dem besten Freund alles andere als genussvoll. Das Ziel sollte also sein, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle mit ihm zu üben. Im Falle des Balles als Suchtobjekt, sollte deine Fellnase lernen, beim Anblick eines Balles nicht mehr unter Starkstrom zu stehen, sondern ruhig zu bleiben. 

Übungen zur Impulskontrolle

Du weisst nicht so richtig, wie du deinen Schatz entwöhnen kannst? Dann haben wir hier ein paar Vorschläge für Trainingseinheiten zum kontrollierten Spiel für dich: 

  • du lässt deinen Hund den Ball nur sehen, holst ihn aber nicht aus der Tasche (Frustrationstoleranz)
  • du legst den Ball hin und lässt ihn ihn lediglich mit der Schnauze aufheben. 
  • die Aufforderungen deines Hundes ignorierst du und wartest, bis er überlegt, wie er an den Ball kommen könnte
  • du trainierst deinen Hund zum respektvollen Abwarten und wirfst ihm dann den Ball zu, so dass er ihn mit der Schnauze fangen kann (nicht zu weit). Die Wartezeit kannst du dann schrittweise verlängern
  • du wirfst ihm den Ball nur zu, wenn er direkten Blickkontakt zu dir hält
  • während deine Fellnase Sitz macht, versteckst du den Ball und lässt ihn anschließend suchen (Impulskontrolle) [3].

Ergänzungsfuttermittel für einen ausgeglichenen Hund

CBD macht nicht süchtig, könnte aber deinen Hund gut bei der Entwöhnung helfen, da es ebenfalls die Dopaminausschüttung im Gehirn aktivieren könnte. Zudem könnte es deine Fellnase bei Stress beruhigen und in angespannter Lage (auch körperlich) entspannen [4; 5]. Unser Regeneration Mix  kann mit Hilfe von Ashwagandha das Nervensystem deines Lieblings beruhigen und ihn gegen Stress resistenter machen. Es hilft, die Emotionen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch unser Aktiv und Vital Mix kann, u.a. mit Hilfe von Heilpilzen, deinen Hund entstressen und zur Ruhe bringen. Und wenn deine Fellnase doch mal springt und läuft, stärkt und schützt unser Gelenk und Mobilitäts Mix seine Knochen und Gelenke. So kann es deinem Hund rundherum gut gehen. 

Quellen:

[1] Abhängigkeit beim Hund: Wege aus der Sucht, Hundeshop, abgerufen am 14.02.2023 von https://www.hundeshop.de/abhaengigkeit-beim-hund-wege-aus-der-sucht/#:~:text=Dopamin%20l%C3%B6st%20beim%20Hund%20einen,(%22Gl%C3%BCckshormone%22)%20frei.

[2] Sucht nach Spiel, 04. 06.2021 in rehabilitiere, abergufen am 14.02.2023 von https://www.rehabilitiere.de/2021/06/04/suchtverhalten-beim-hund/

[3] Lippisch, Melanie, Balljunkie – Wenn Ballspielen für den Hund zur Sucht wird!, in Dogs TV, abgerufen am 16.02.2023 von https://www.dogstv.de/balljunkie/

[4] Die nicht erwarteten Partner von CBD, 19.09.2019 in Hanfjournal, abgerufen am 14.02.2023 von https://hanfjournal.de/2019/09/19/die-nicht-erwarteten-partner-von-cbd/

[5] Purcell, Chad et. al., Reduction of Benzodiazepine Use in Patients Prescribed Medical Cannabis, 23.09.2019 in Cannabis Cannabinoid Res. 2019; 4(3): 214–218, abgerufen am 16.02.2023 von https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6757237/

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