Das sind die am häufigsten vorkommende Allergien beim Hund 

Umso diffiziler unsere Welt wird, umso mehr machen sich auch Allergien breit. Die Körper von Mensch und Tier werden tagtäglich mit unzähligen Fremdstoffen konfrontiert, gegen die das jeweilige Immunsystem nicht immer adäquat zu reagieren weiß. Es gibt ständig neue chemische Stoffe und Varianten von Bakterien und Viren, Flora und Fauna breiten sich aufgrund der Erderwärmung immer mehr in entlegene Gebiete aus. Kein Wunder also, dass unser aller Organismus schneller an seine Grenzen kommt und mit “Übersprungshandlungen” (also Allergien) reagiert. Hier an dieser Stelle schauen wir uns einmal die häufigsten Allergien bei Hunden an.  

Welche Allergien es bei Hunden gibt

Auch bei Hunden macht sich eine höhere Empfindlichkeit breit. Man merkt das beispielsweise daran, dass es heutzutage unzählige Futtermittel für besonders empfindliche Hunde gibt. Eine der wichtigsten Allergien beim Hund ist demzufolge die Futtermittelallergie. Dazu kommen Umwelt-, Kontakt- und Flohspeichelallergien. Kennzeichnend für eine Allergie ist der Juckreiz. Er lässt sich bei Hunden am Kratzen, aber auch am Schlecken (insbesondere der Pfoten), Reiben und Wälzen erkennen. Dazu können weitere Symptome kommen, wie Ohrenentzündungen und sogenannte Zwischenzehengranulome, also Knötchen, die an Stellen anhaltender Entzündung um einen Fremdkörper gebildet werden [5].

Die Flohspeichelallergie bei Hunden

Kaum zu glauben, aber die Flohspeichelallergie tritt bei Hunden unter allen Allergiearten am häufigsten auf. Das Immunsystem des Hundes reagiert dabei auf die Eiweiße im Speichel der Flöhe, die beim Biss in die Haut injiziert wird. Bei dieser Allergie sind zwei Typen möglich. Entweder das Immunsystem des Hundes reagiert sofort oder verzögert nach bis zu zwei Tagen [3]. Spätestens, wenn man Flohkot findet, kann man auf das Allergen schließen.

Symptome der Flohspeichelallergie

Die Symptome der Flohspeichelallergie betreffen vorwiegend die hintere Körperhälfte. Dort entstehen die typischen Allergiesymptome, wie Hautveränderungen, Juckreiz, aber auch Haarausfall und Hot Spots besonders am Rücken und am Ansatz des Schwanzes.  Die Hot Spots (also entzündete und nässende Wunden) entstehen durch das ständige Kratzen des Hundes. An den offenen Wunden siedeln sich wiederum Bakterien und Hefepilze an, die den Juckreiz weiter verstärken [2; 3].

Behandlung der Flohspeichelallergie

Als erstes muss der Hund von dem quälenden Juckreiz befreit, während die Flöhe im gesamten Umfeld des Hundes und natürlich bei ihm selbst bekämpft werden [2; 3]. Dazu wird das Fell des Hundes mit einem Flohkamm gekämmt und mit einem Anti-Floh-Mittel behandelt. Die Umgebung deines Hundes wird mit Insektiziden von Flöhen befreit und die Schlaf- und Aufenthaltsplätze regelmäßig gereinigt. 

Die Atopische Dermatitis/Atopie/Umweltallergie bei Hunden

Bei der atopischen Dermatitis sind die Auslöser kleinste Teilchen, die über die Haut oder Atemwege aufgenommen werden. Dazu gehören Hausstaubmilben, Pollen und (eher selten) Schimmelpilze. Kennzeichnend für eine Pollenallergie ist, dass sie nur saisonal in den Sommermonaten auftritt. 

Prädestiniert für die Atopie sind Rassen, wie: 

  • Boxer
  • Dalmatiner
  • Deutscher Schäferhund
  • Englische Bulldogge
  • Englischer und Irish Setter
  • Golden und Labrador Retriever
  • Shar Pei
  • Terrier [3].

Symptome der Atopischen Dermatitis

Typische Symptome der Atopie sind Hautausschläge/Entzündungen (besonders an Ohren, Nacken, Achseln, Pfoten, Leisten, Rücken, Afterumgebung), rote, tränende Augen, pfeifendes Atmen. Meist entwickelt sich die Atopische Dermatitis um das zweite und dritte Lebensjahr [2]. 

Behandlung der Atopischen Dermatitis

Auch bei der Atopie können zunächst die akuten Symptome mit Salben und Tabletten (z.B. Kortison, Cyclosporin, Antihistaminika) behandelt werden. Dazu sollte deine Fellnase regelmäßig mit Spezialshampoo gewaschen werden, um die Allergene auszuschwemmen und den Juckreiz zu mildern [2]. Leider lassen sich die Allergene in der Regel nicht meiden, deshalb empfehlen Ärzte manchmal eine Hyposensibilisierung, bei der dem Hund das Allergen peux a peux in steigender Dosis verabreicht wird. So hat sein Körper die Chance, eine Toleranz gegenüber dem Allergen zu entwickeln. Ganz neu ist eine Therapie mit Antikörpern, die den juckreizauslösenden Stoff abfangen. Der Komplex wird dann einfach verstoffwechselt [3].

Die Futtermittelallergie bei Hunden

Die Futtermittelallergie ist die dritthäufigste Allergieform bei Hunden. Hierbei kann sich das Immunsystem deiner Fellnase gegen tierische und pflanzliche Eiweiße (u.a. von Rindern, Hühnern, Eiern, Soja, Milch und Milchprodukten) oder Getreide im Futter, aber auch gegen Konservierungsmittel oder andere Zusatzstoffe richten. Die Symptome der Allergie müssen aber nicht sofort auftreten. Bei einer Spätreaktion kann es Stunden, Tage oder Wochen dauern, bis sie sich bemerkbar machen. Das macht die Diagnose der Allergie auch so schwierig [2; 3]. Kennzeichnend für die Futtermittelallergie ist, dass sie ganzjährig auftritt. Manche Rassen sind prädestiniert für eine solche Futtermittelallergie. Dazu gehören: 

  • Boxer
  • Englische oder Französische Bulldogge
  • Labrador
  • Mops
  • Schäferhund
  • Shar Pei [4]

Symptome der Futtermittelallergie

Bei der Futtermittelallergie kann es zu Juckreiz, Ohrenentzündung, Hautreaktionen und Verdauungsproblemen kommen. Die Beschwerden an der Haut treten bevorzugt an den Ohren, der Schnauze, den Achseln, dem Bauch, den Innenschenkeln und den Pfoten auf. Dazu können Hotspots (also nässende Stellen im Fell, die schmerzhaft sein können) kommen. Sie sollten sofort behandelt werden [1; 4].

Behandlung der Futtermittelallergie

Bei akuten Beschwerden kann zunächst eine medikamentöse Therapie (z.B. mit Kortison) gegen die Symptome eingesetzt werden. Dem Allergen kommt man durch eine Ausschlussdiät auf die Spur. Ist das Allergen gefunden, muss dein Liebling es ein Leben lang meiden. Manche Futtersorten enthalten daher nur Fremdeiweiße, die der Hund noch nicht kennt oder Proteine, die so stark verkleinert (hydrolysiert) wurden, dass das Immunsystem sie nicht mehr erkennt [2].

Die Ausschlussdiät

Bei der Fülle der Inhaltsstoffe in der Nahrung des Hundes weiß man i.d.R. nicht sofort, gegen welchen Stoff/welche Stoffe er allergisch ist. Um das herauszubekommen, führt man eine Ausschlussdiät durch. Dabei wird der Hund etwa acht bis zwölf Wochen auf Diät gesetzt, d.h. er bekommt nur natürliche Zutaten, die seinem Organismus fremd sind (wie Straußen-, Pferde-, Truthahn- oder Kängurufleisch), einschließlich einer Kohlenhydratquelle (z.B. Süßkartoffel oder Reis). Natürlich darf es in dieser Zeit auch keine Leckerlies oder Tischreste geben. Geht es ihm merklich besser, führt man einen sogenannten Provokationstest durch, indem man jeweils wochenweise mögliche Auslöser zufüttert, wie z.B. wie Rindfleisch. Wenn alles gut protokolliert wird, weiß man am Ende ganz genau, auf welche Stoffe der Hund allergisch reagiert.   

Die Kontaktallergie bei Hunden

Die Kontaktallergie kommt bei Hunden nur sehr selten vor. Dabei reagiert das Immunsystem auf verschiedene Stoffe, wie Gummi, Putzmittel, Duftstoffe, Metalle [5].

Symptome der Kontaktallergie

Bei der Kontaktallergie treten die typischen Symptome auf, wie Juckreiz und Hautveränderungen. Dazu können Haarausfall und eine ständige Kraftlosigkeit kommen, wenn das Allergen nicht entfernt wird. Die Symptome treten an Kontaktstellen, wie am Maul, im Halsbereich, an Bauch und/oder Pfoten auf. Nutzt du ein Pflegemittel, das dein Hund nicht verträgt, entstehen Juckreiz und Hautveränderungen am ganzen Körper. 

Behandlung der Kontaktallergie

Bei akuter Symptomatik werden auch, wie bei den anderen Allergenen, zunächst die Symptome behandelt. Da es i.d.R. sehr schwer ist, das auslösende Allergen zu identifizieren, muss man den Hund immer wieder von verdächtigen Stoffen oder Gegenständen fernhalten. Anschließend konfrontiert man ihn mit dem Verdächtigen und beobachtet, was passiert [2]. 

Nebenwirkungen der Allergie-Medikamente

Einfach mal ein Medikament gegen die akuten Symptome zu geben, klingt einfach. So ein Arzneimittel ist schnell verabreicht und es hilft im Allgemeinen ja auch gut. Allerdings ist der Organismus deiner Fellnase durch die Allergie sowieso schon geschwächt. Die Nebenwirkungen der Arzneimittel können ihn zusätzlich schwächen. Zu den Nebenwirkungen von Kortison und co. zählen u.a.: 

  • Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schwindel und
  • Übelkeit und bei Langzeitgabe auf Dauer
  • Diabetes
  • Gewichtszunahme
  • Knochen- und Muskelschwund.

Daher solltest du dir immer gut überlegen, ob der Nutzen des Medikamentes für deinen Liebling die Gefahr von Nebenwirkungen rechtfertigt. 

Vorbeugung von Allergien

Am besten ist es natürlich, seine Fellnase möglichst vor allergenen Stoffen zu schützen. Da es davon aber unzählige gibt und eine eventuelle genetische Vorbelastung für Allergien die Prophylaxe erschwert, ist das oft nicht möglich. Es besteht also die Möglichkeit, dass dein Vierbeiner sein Leben lang eine Sonderbehandlung (besonderes Futter, Medikamente, besondere Futternäpfe oder Spielzeuge, angepasste Gassirunden in der Pollenzeit) braucht. Was kannst du also tun?

Um einer Allergie vorbeugen zu können, müsstest du die Ursachen kennen. Das bedeutet auch, dass dein Hund mindestens einmal allergische Symptome entwickeln muss, um auf seine besondere Empfindlichkeit hinzuweisen. Je nachdem, welche Allergie deine Fellnase hat, braucht sie: 

  • eine Parasitenprophylaxe und eine regelmäßig nass-gesäuberte Wohnung
  • eine Futtermischung, d.h. häufiges Futterwechsel möglichst vermeiden
  • Gassirunden, die ihn von Pollen oder Gräsern fernhalten und eine Dusche nach jeder Gassirunde
  • möglichst natürliche Spielzeuge (z.B. aus Holz) und Shampoos (z.B. aus Ölen).

Dein Tierarzt kann entsprechende Allergietests machen, um den Auslöser zu identifizieren. Ist das Allergen dann bekannt, wird dich dein Tierarzt bzgl. der notwendigen Veränderungen beraten. Droht deinem Liebling beim Kontakt mit dem Allergen ein anaphylaktischer Schock, solltest du sicherheitshalber immer ein Notfallpaket aus  Antiallergikum, Cortison und Adrenalin-Pen mit dir führen [6].

Ergänzungsfuttermittel gegen Allergien aus der Pflanzenwelt

CBD ist ein natürliches Mittel, das im Akutfall und auf Dauer gegen allergische Symptome helfen könnte, ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Es könnte beispielsweise:

  • die Konzentration von Histamin im Blut verringern [S1]
  • gereizte Nerven beruhigen
  • Juckreiz lindern
  • z.B. bei Hot-Spots die Wundheilung fördern
  • den Druck auf die Atemwege durch das Abschwellen der Schleimhäute verringern
  • Stress und Unruhe reduzieren und den Schlaf fördern
  • den aufgewühlten Organismus insgesamt zur Ruhe bringen könnte [7; 8].

Andere Ergänzungsfuttermittel, die prophylaktisch oder zur begleitenden Behandlung gegen Allergien helfen könnten, sind unser:

  • Fell Mix, der Entzündungsprozesse hemmen, die Hautbarriere, Schleimhäute und Selbstheilungskräfte stärken und die Funktion des Immunsystems regulieren kann
  • Vitamin Mix, der die Regeneration der Schleimhäute unterstützen und den Körper in anstrengenden Zeiten stärken kann
  • Regeneration Mix, der Entzündungen hemmen, das Immunsystem regulieren, Krankheiten vorbeugen und die Regeneration nach Anstrengungen vorantreiben kann
  • Aktiv und Vital Mix, der die Selbstheilungskräfte stärken und Allergien und Entzündungen bekämpfen kann.

Quellen: 

[1] Futtermittelallergien beim Hund, mera petfood, abgerufen am 21.02.2023 von https://www.mera-petfood.com/de/hund/ratgeber/allergien/#:~:text=Etwa%2015%20Prozent%20unserer%20Hunde,auch%20die%20Eiwei%C3%9Fe%20im%20Hundefutter.

[2] Das sind die häufigsten Allergien bei Hunden, in Stern Dogs, abgerufen am 21.02.2023 von https://www.stern.de/lifestyle/leben/dogs/allergien-bei-hunden–das-sind-die-haeufigsten-unvertraeglichkeiten-8569352.html

[3] Allergien beim Hund, in Zooplus Magazin, abgerufen am 21.02.2023 von https://www.zooplus.de/magazin/hund/hundegesundheit-pflege/allergien

[4] Allergie beim Hund, Definition, Ursachen & Symptome, 22.03.2022 in Dr. Sam, abgerufen am 21.02.2023 von https://www.drsam.de/symptome/allergie-hund

[5] Jossé, S., Allergie beim Hund: Symptome und Diagnose, 08.04.2022 in Mein Allergieportal, abgerufen am 21.02.2023 von https://www.mein-allergie-portal.com/allergie-bei-tieren/117-allergie-beim-hund-symptome-und-diagnose.html

[6] histaminarme Ernährung bei Allergien, in histaminikus, abgerufen am 22.02.2023 von https://histaminikus.de/blogs/blog/histaminarme-ernaehrung-bei-allergien

[7] Glasmann, Dieter Klaus, Wie Cannabinoide bei der Allergie-Behandlung helfen können, 07.01.2019 in Hanf-Extrakte: Magazin, abgerufen am 22.02.2023 von https://www.hanf-extrakte.com/wie-cannabinoide-bei-der-allergie-behandlung-helfen-koennen/

[8] Hilft CBD Öl bei Allergien?, nooon CBD, abgerufen am 22.02.2023 von https://www.nooon-cbd.com/cbd-oel-bei-allergien/

Relevante Studien

[S1] Small-Howard, Andrea L., Anti-inflammatory potential of CB1-mediated cAMP elevation in mast cells, 24.05.2005 in Biochem J. 2005 Jun 1; 388(Pt 2): 465–473, abgerufen am 22.02.2023 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1138953/

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