Erste Hilfe: Magendrehung (Torsio ventriculi) beim Hund

Hast du schon einmal etwas von einer Magendrehung beim Hund gehört? Auch wenn sie relativ selten auftritt, solltest du dich damit auskennen, um der Verdrehung des Magens vorbeugen oder – wenn es doch einmal passiert ist – rechtzeitig handeln zu können. Denn bei der Magendrehung handelt es sich um eine akute Notsituation, die im schlimmsten Fall zum Tod deines Lieblings führen kann.  

Eine Magendrehung – was ist das eigentlich?

Stell dir vor, du fasst jeweils das Ende eines Schlauches mit beiden Händen und drehst ihn einmal um seine eigene Achse. Dann ist der Abschnitt zwischen deinen Händen hermetisch abgeschlossen. Der Magen des Hundes ist an Bändern aufgehängt und kann sich in alle Richtungen bewegen. Seine Ausrichtung erhält er durch Speiseröhre und Dünndarm. Bei einer Magendrehung dreht sich der schlauchförmige Magen deines Hundes einmal um die Längsachse. Was dann passiert, kann man sich gut vorstellen: Sowohl der Mageneingang als auch der -ausgang, alle beteiligten Gefäße und Nerven werden abgeschnürt. Diese “Blase” kann nichts mehr aufnehmen und genauso wenig abgeben, Erbrechen und Verdauen ist unmöglich. Das, was bereits im Magen ist, beginnt zu gären, bis er sich bis zu seiner Dehnungsgrenze aufbläht – er wird steinhart und drückt auf Herz und Lunge. Durch die abgeschnürten Blutgefäße werden Magen und Organe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt – das Gewebe droht abzusterben [1; 2; 3]. Diese Situation ist lebensgefährlich für deine Fellnase. 

Ursachen und Risikofaktoren für eine Magendrehung beim Hund: Größe und Bewegung

Die Ursachen für eine Magendrehung sind nicht genau bekannt – wahrscheinlich gibt es mehrere Faktoren, die unglücklich zusammen auftreten. Zunächst einmal kann man sich das Ganze rein physikalisch vorstellen. So erkranken große Hunderassen, insbesondere mit tiefem Brustkorb, eher an einer Magendrehung als kleine, da ihr Bauchraum größer und beweglicher ist und die Bänder, an denen der Magen hängt, lockerer sind. Wenn dein Liebling dann noch eine große Mahlzeit verdrückt und gleich anschließend gespielt oder getobt hat bzw. zum Gassigehen ausgeführt wird, erhöht sich das Risiko weiter. Bei Hunden, die ihre Mahlzeiten und dabei Luft verschlingen (z.B., weil sie beim Futtern eher gestresst sind) oder nur eine große Mahlzeit am Tag bekommen, muss sich der Magen sehr schnell sehr stark ausdehnen. Das kann eine Pendelbewegung auslösen, die ebenfalls in einer Magendrehung mündet [1; 2; 3; S1; S2]. 

Besonders gefährdete Rassen

Zu den Rassen, die eher ein großes Risiko für eine Magendrehung haben, gehören: 

  • Bernhardiner
  • Boxer
  • Chow Chow
  • Dobermänner
  • Doggen
  • Greyhounds
  • Molosser
  • Schäferhunde
  • Setter [2; 3].

Das schließt aber nicht aus, dass nicht auch kleiner an einer Magendrehung erkranken können.

Ursachen und Risikofaktoren für eine Magendrehung beim Hund: Futter, Alter und Vorerkrankungen

Wissenschaftler vermuten, dass auch die Futterzusammensetzung eine Rolle bei der Magendrehung spielen kann. Demnach kann Futter, das eine verlangsamte Verdauung verursacht, ein Risiko für die Erkrankung darstellen. Im Fokus steht dabei Kalzium, das in großen Mengen dafür sorgt, dass das Futter länger im Magen bleibt. Ältere Hunde haben darüber hinaus ein nachlassendes Bindegewebe/nachlassende Bänder. Das sorgt dafür, dass die Positionierung des Magens an Ort und Stelle nicht mehr sicher gewährleistet werden kann und der Magen sich schneller dreht. Schließlich können auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie Verdauungsstörungen, Entzündungen von Magen und/oder Darm, das Risiko für eine Magendrehung erhöhen [1; 2]. 

Symptome einer Magendrehung beim Hund

Doch wie merkst du nun eine solche Magendrehung bei deinem Vierbeiner? Aufgrund der starken Gasbildung im Magen siehst du vermutlich zuerst eine auffällige Zunahme des Bauchumfanges. Klopfst du vorsichtig gegen seinen Bauch, hörst du die Luft durch ein Trommel-ähnliches Geräusch. Ganz typisch ist auch, dass dein Hund versucht zu erbrechen, ohne dass ihm das gelingt. Dazu können kommen: 

  • Atembeschwerden/Atemnot, starkes Hecheln
  • bleiche Schleimhäute
  • eine starke Unruhe (liegen, stehen, umhergehen), rasender Puls 
  • Zittern
  • Futterverweigerung 
  • auffälliges Speicheln 
  • Schmerzen (gekrümmter Rücken)
  • Kreislaufschwäche bis hin zum Schock
  • Teilnahmslosigkeit, verminderte Ansprechbarkeit [1; 2; 3]. 

Wenn die Gefäße längere Zeit abgeschnürt sind, kann es zu Herzversagen kommen. Der geblähte Magen kann reißen und seinen säurehaltigen Inhalt in die Bauchhöhle entleeren. Dein Liebling ist also in akuter Lebensgefahr. Ist dein Hund aufgrund seiner Risikofaktoren besonders gefährdet für eine Magendrehung, dann lass ihn möglichst auch abends oder nachts nicht allein. Denn erfahrungsgemäß tritt eine Magendrehung meist am Ende des Tages auf. 

Notfall: Das musst du jetzt tun

Ganz klar: Hast du auch nur den leisesten Verdacht, dass dein Fellnase an einer Magendrehung erkrankt ist, musst du sofort mit ihm zum Tierarzt, besser noch in die Tierklinik. Berichte deiner Anlaufstelle zuvor über die Symptome deines Hundes, damit sie entsprechende Vorbereitungen treffen oder dich an die richtige Adresse verweisen können. Wenn die Diagnose feststeht, wird der Tierarzt den Kreislauf deines Hundes stabilisieren, die Luft aus dem Magen ab- und eine Operation einleiten. Sie dient dazu, den Magen wieder in seine ursprüngliche Position zu bringen und an der Bauchwand festzunähen [1; 2]. Unbehandelt führt eine Magendrehung innerhalb weniger Stunden zum Tod. 

Prophylaxe: Tipps zur Vorbeugung einer Magendrehung beim Hund

Eine Magendrehung sicher verhindern, kannst du leider nicht. Du kannst aber viel dazu tun, um das Risiko dafür zu verringern. Dazu gehören beispielsweise: 

  • statt einer großen, lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu füttern
  • ungewohntes Futter, rasche Futterumstellung, Mix aus verschiedenen Futtermitteln zu vermeiden, um das Aufgasen des Magens zu verhindern
  • keine erhöhten Futternäpfe zu nutzen
  • für Ruhe beim und nach dem Fressen zu sorgen und generell den Hund von Stress fernzuhalten
  • etwa 2 Stunden nach dem Fressen mit dem Hund nicht zu spielen, ihn sich nicht wälzen lassen oder mit ihm Treppen zu steigen
  • bei gestressten Hunden und/oder mehreren Hunden Anti-Schling-Näpfe zu verwenden und die Hunde getrennt voneinander zu füttern
  • auf Trockenfutter zu verzichten oder vor dem Füttern aufzuweichen
  • die Zusammensetzung des Futters genau zu prüfen und auf die Bedürfnisse deiner Fellnase abzustimmen [1; 3].

Ergänzungsfuttermittel: Was du darüber hinaus noch tun kannst

Eine gesunde Magen-Darm-Funktion kann mit dazu beitragen, das Risiko für eine Magendrehung zu senken. Dazu bieten wir von Hunreys einen Verdauungs-Mix  sowie unsere Superfood Balls Verdauung an. Sie sorgen für eine gesunde Magen-Darm-Passage des Nahrungsbreis durch natürliche Ballaststoffe, steigern die Sekretproduktion im Verdauungstrakt und stärken das Mikrobiom im Darm. Leidet deine Fellnase unter Stress oder Nervosität, was u.a. zu einem Schlingverhalten beim Fressen führen kann, kann unser Regenerations-Mix beruhigend auf deinen Hund einwirken. Mit unseren CBD-Ölen und Hanfölen könnte darüber hinaus der gesamte Organismus samt Geist und Seele Deines Hundes ins Gleichgewicht gebracht und Magen-Darm-Problemen vorgebeugt werden. Schau gerne einmal in unserem Shop vorbei und lass Dich überraschen. 

Quellen:

[1] Gerlach, Lorena, Magendrehung beim Hund: Ursachen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung, in Josera, abgerufen am 30.11.2022 von https://www.josera.de/ratgeber/ratgeber-hunde/gesundheit/magendrehung-hund.html

[2] Magendrehung beim Hund – Wie lässt sie sich erkennen und behandeln?, 22.03.2022 in Dr. Sam, abgerufen am 30.11.2022 von https://www.drsam.de/symptome/magendrehung-hund?gclid=Cj0KCQiAm5ycBhCXARIsAPldzoUjY4gBfE3OlY8NA1p06YoZDWxhTih0OQW_N2IaqwzBi8eYwcAgx-saArlqEALw_wcB

[3] Magendrehung, in Erste Hilfe beim Hund, abgerufen am 30.11.2022 von https://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/magendrehung

Relevante Studien:

[S1] Raghavan, Malathi et. al., Diet-related risk factors for gastric dilatation-volvulus in dogs of high-risk breeds, Juni 2004 in J Am Anim Hosp Assoc;40(3):192-203, abgerufen am 30.11.2022 von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15131099/

[S2] Buckley, Louise Anne, Are Dogs That Eat Quickly More Likely to Develop a Gastric Dilatation (+/- Volvulus) Than Dogs That Eat Slowly?, Dezember 2016 in Veterinary Evidence 1(4), abgerufen am 30.11.2022 von https://www.researchgate.net/publication/311750739_Are_Dogs_That_Eat_Quickly_More_Likely_to_Develop_a_Gastric_Dilatation_-_Volvulus_Than_Dogs_That_Eat_Slowly

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