BARFEN – ist das wirklich gut für meinen Hund?

Vielleicht hast Du auch schon einmal darüber nachgedacht, Deinen Hund mit Rohfutter zu füttern. Das sogenannte Barfen wird immer beliebter angesichts der zum Teil undurchsichtigen Beigaben in Fertigfutter. Dadurch, dass Du beim Barfen die Bestandteile des Hundefutters selbst zusammenstellst, hast Du natürlich mehr Kontrolle über das, was Dein Hund bekommt. Insbesondere der Organismus erwachsener Hunde mit empfindlichen Magen oder Darm oder einer Unverträglichkeit auf Nahrungsbestandteile, kann mit Rohfutter besser in Balance gebracht werden. Allerdings musst Du Dich ein wenig auskennen mit dem, was Dein Hund an Nährstoffen benötigt. Wir erklären Dir hier, woraus eine vollwertige BARF-Ernährung bestehen kann.    

Barfen – was beinhaltet das eigentlich? 

Die Nahrung beim Barfen (übersetzt “Biologisch artgerechte Rohfütterung”) besteht ausschließlich aus unverarbeitetem Futter, das die natürlichen Bedürfnisse Deines Hundes vollständig abdecken soll. Du stellst also das Futter selbst zusammen, beispielsweise aus: 

  • 70 – 80 % tierischen Bestandteilen, wie rohem, fettreichem Fisch, rohem, fettreichem Fleisch, Knochen, Innereien, Eiern
  • 20 – 30 % pflanzlichen Bestandteilen, wie Obst und/oder Gemüse, Algen, Getreide, Bierhefe [1].  

Dabei sollten für eine ausgewogene Versorgung auch die einzelnen Nahrungsbestandteile einen gewissen Anteil ausmachen. Beim erwachsenen Hund besteht das ideale Barf-Futter aus: 

  • 40% Eiweiß aus Pflanzen oder Tieren (wie Fleisch, Innereien, Knochen, Fisch, Eier, Getreide, Hülsenfrüchten)
  • 5% Fett, idealerweise aus kaltgepressten Ölen mit hohem Anteil an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
  • 50% Kohlenhydraten aus Kartoffeln, Reis, Gemüse
  • bis zu 5% Ballaststoffen, beispielsweise aus Reis, Gemüse, Kleie [1; 2].

Achtest Du auf regionale Nahrungsmittel, am besten aus Bio-Anbau, und verzichtest nicht auf Obst, Gemüse und/oder Kräuter, dann ist er damit auch ausreichend mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen versorgt. Gut ist, wenn du für Abwechslung im Futter sorgst. Dadurch kann seine Verdauung gefördert und Allergien oder Unverträglichkeiten vorgebeugt werden und es gibt weniger Probleme beim Futterwechsel, wenn Dein Hund einmal nicht alles essen kann [3].  

Hygiene: Die Behandlung von Fisch und Fleisch beim Barfen

Damit Dein Hund nicht durch minderwertiges Fleisch oder Fisch an Parasiten oder Keimen erkrankt, solltest Du auf hochwertige Produkte und hygienischen Umgang achten. Das bedeutet: 

  • nur Fleisch oder Fisch auszuwählen, die auch für den menschlichen Verzehr geeignet sind
  • gefriergetrocknetes Fleisch oder Fisch zu verwenden und die Kühlkette einzuhalten
  • Reste bei mindestens -18°C einzufrieren
  • tiefgefrorenes Fleisch oder Fisch an der Luft und ohne Verpackung aufzutauen, damit sich keine bakteriellen Giftstoffe bilden 
  • Auftauflüssigkeit nicht zu verwenden.

Gibt es auch Gefahren beim Barfen?

Die größte Gefahr beim Barfen ist, dass Du Deinen Hund zu einseitig ernährst, beispielsweise, weil Du Dich mit den Nährstoffen nicht so gut auskennst. Du solltest bei der Zusammenstellung des Futters nicht von Deinem Geschmack ausgehen und darauf achten, dass Dein Hund nicht in eine Über- oder Unterversorgung an lebenswichtigen Nährstoffen gerät. Auch verträgt nicht jeder Hund jedes Lebensmittel. 

So sollten Fleisch und Fisch fettreicher sein, als Du das für Deine Ernährung vermutlich gewohnt bist. Dein Hund braucht das Fett, um Energie produzieren zu können und seine Muskeln zu erhalten. Auch eignet sich nicht jedes Fleisch zur Rohfütterung. Schweinefleisch kann z.B. den Aujeszky-Virus beinhalten, das im schlimmsten Fall für Deinen Hund lebensbedrohlich sein kann. Daher solltest Du Schweinefleisch immer gut durchkochen. Die regelmäßige Verfütterung von Innereien, wie Leber, können zu einer Überversorgung mit beispielsweise Vitamin A führen, das bei Deinem Hund Bewegung, Haut- und Haarbeschaffenheit und den Magen-Darm-Bereich beeinträchtigen kann. Rohe Knochen sind ein wertvoller Mineralienspender für Deinen Hund. Zu harte oder splitternde Knochen können ihn jedoch verletzen. 

Auch nicht jedes Obst und Gemüse ist für den Hund geeignet. Er verträgt beispielsweise nicht: 

  • Auberginen
  • Avocado
  • Bohnen roh
  • Hülsenfrüchte
  • Kohl
  • Lauch
  • Nüsse
  • Paprika
  • Tomaten
  • Trauben und
  • Knoblauch und Zwiebelgewächse.

Manche Lebensmittel, wie Kartoffeln oder Blumenkohl, müssen vorgekocht werden, um schädliche Inhaltsstoffe zu beseitigen. Generell führt zu viel pflanzliche Nahrung zu einer Überlastung seiner Organe, wie die Bauchspeicheldrüse. Auch zu viel Eiweiß kann die Verdauung und dadurch die Nährstoffverarbeitung stören. Es ist daher wichtig, dass Du Dich gut informierst und die Nahrung Deines Hundes durchdacht zusammenstellst [4; 5].  

Dosierung der BARF-Nahrung

Wieviel Barf-Ernährung Dein Hund verträgt, richtet sich nach seinem Gewicht, seiner Größe und Aktivität. Dazu gibt es allgemeine Richtlinien. Da jeder Hund aber individuell ist, solltest Du den Gewichtsverlauf Deines Hundes gut beobachten. Bei einem guten Durchschnittsgewicht sind die Rippen gut ertastbar (nicht sichtbar!) und eine Taille zu erkennen. Steigt das Gewicht dagegen stark, dann verwendest Du eventuell zu fettreiches Fleisch und/oder zu viel Kohlenhydrate. Im umgekehrten Falle mangelt es ihm an wichtigen Nährstoffen. Hier gilt: einfach ausprobieren! Sei auch sparsam mit industriell hergestellten Leckerlies. Sie enthalten häufig viel Zucker. Besser sind getrocknete Tierbestandteile zur Belohnung [4; 5] 

Wie häufig Du Deinen Hund fütterst, ist von seinem Alter abhängig. Hier gilt: 

  • Welpen bis zu viermal am Tag, 
  • junge Hunde ab dritten bis sechsten Monat dreimal am Tag und
  • Hunde ab dem sechsten Monat bis zum Alter zweimal am Tag zu füttern [6]. 

Vegane Barf-Ernährung

Du kannst Deinen Hund auch vegan ernähren, solange die Nahrung bedarfsgerecht ausfällt. Ein Grund für die vegane Ernährung könnte sein, dass Dein Hund auf tierische Eiweiße mit Allergien reagiert. Diese Art der Ernährung bedeutet, dass Du auf tierische Produkte komplett verzichtest. Dabei kann die Zusammenstellung einer veganen Ernährung für den Hund eine echte Herausforderung sein, denn es muss sichergestellt sein, dass er alle Nährstoffe erhält, die er braucht. Beispielsweise existiert kein pflanzliches Eiweiß mit optimaler Aminosäurezusammensetzung. Du musst also verschiedene Eiweiße miteinander kombinieren. Alternative Lebensmittel zur Deckung des Eiweiß- und Fettbedarfes können sein: 

  • Eiweiß aus Tofu, Seitan, Hülsenfrüchte, Kartoffeln (Soja als Fleischersatz ist umstritten, weil es Pestizide enthalten und zu Unverträglichkeit, wie Verdauungsstörungen, führen kann)
  • Öle, wie Hanföl (für die Verwertung von Vitaminen, Enzymen mit einem Fettsäureverhältnis von Omega 3 zu Omega 6 bis maximal 1:6).

Eventuell benötigt Dein Hund außerdem zusätzlich Ergänzungsfuttermittel mit Mineral- und Nährstoffen, wie Calcium, L-Carnitin, Eisen, Jod, Phosphor, Taurin, Vitamin E, B12 und D. Du siehst also, eine vegane Ernährung erfordert Expertenwissen. Hier ist es ratsam, zuvor einen Ernährungsberater oder Tierarzt über die optimale Zusammenstellung der Nahrung zu befragen und Deinen Hund dann langsam an die neue Ernährungsform zu gewöhnen [7; 8; 9; 10; 11]. 

Hochwertige Ergänzungsfuttermittel

Ob vorbeugend oder begleitend, qualitativ hochwertige Ergänzungsfuttermittel können helfen, Mangelerscheinungen vorzubeugen und die Vitalität Deines Hundes zu erhalten. Wir haben zu diesem Zweck in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Ernährungsberatern verschiedene Produkte kreiert (wie beispielsweise den Aktiv und Vital-Mix), die Deinem Hund geben, was er für eine gesunde Funktion seines Organismus benötigt. Zur begleitenden Behandlung spezifischer Beschwerden, wie Verdauungs- oder Gelenkprobleme bekommst Du bei uns unsere Mix-Pulver, wie Verdauungs-Mix oder Gelenk-Mix. Und auch gesunde Leckerlies haben wir im Sortiment. Schau Dich gerne einmal um. 

Quellen: 

[1] Mart, Ines, Ernährungspyramide für den Hund, in Das gesunde Tier, abgerufen am 19.07.2022 von https://www.dasgesundetier.de/magazin/artikel/ernaehrungspyramide-hund

[2] Nährstoffe für Hunde – Das benötigt dein Vierbeiner, in Hundefutter-Ratgeber, abgerufen am 19.07.2022 von https://hundefutter-ratgeber.info/naehrstoffe-hund/

[3] Die 5 größten Irrtümer übers BARFen – Was stimmt und was nicht, Hundefutter Ratgeber, abgerufen am 19.07.2022 von https://hundefutter-ratgeber.info/barfen/

[4] Wie sich die einzelnen Fleischsorten auf deinen Hund auswirken, Hundefutter Ratgeber, abgerufen am 19.07.2022 von https://hundefutter-ratgeber.info/fleischsorten-hund/

[5] 19 mögliche Gefahren beim BARFen & wie du sie vermeidest, Hundefutter Ratgeber, abgerufen am 19.07.2022 von https://hundefutter-ratgeber.info/barf-tipps-moegliche-gefahren/

[6] Die wichtigsten Grundlagen zur Hundeernährung, Hundefutter Ratgeber, abgerufen am 19.07.2022 von https://hundefutter-ratgeber.info/grundlagen-hundeernaehrung/

[7] Hund vegan ernähren: Ein umfassender Guide klärt auf, Tractive, abgerufen am 19.07.2022 von https://tractive.com/blog/de/ernaehrung/den-hund-vegan-ernaehren-geht-das

[8] Dr. med. vet. Romberger, Uwe, Burggraf, Christine, Tierarzt mit Durchblick, Vegan 4 Dogs, abgerufen am 19.07.2022 von https://vegan4dogs.com/vegane-hundeernaehrung-tierarzt/

[9] Semp, Pia-Gloria, vegan nutrition for dogs an cats, Dezember 2014 in Department für Nutztiere und öffentliches Gesundheitswesen in der Veterinärmedizin Veterinärmedizinische Universität Wien, abgerufen am 19.07.2022 von https://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC12256171.pdf

[10] Hund und Katze vegan ernähren – wie artgerecht ist das?, November 2018 in Peta, abgerufen am 19.07.2022 von https://www.peta.de/themen/hund-katze-vegan-ernaehren/

[11] Veganes Hundefutter: Wie empfehlenswert ist es?, 23.04.2021 in Sante vet, abgerufen am 19.07.202” von https://www.santevet.de/artikel/veganes-hundefutter

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