Hunde in der Pubertät

Ungefähr zwischen dem sechsten Monat und einem Jahr ist es soweit: Dein Hund kommt in die Pubertät. Und wie bei Kindern auch herrscht jetzt absolutes Chaos im Kopf des Vierbeiners. Das mühsam Erlernte scheint plötzlich vergessen, Dein Hund erscheint frech und ungestüm. Nicht nur für den Menschen kann diese Zeit mit dem geliebten Vierbeiner anstrengend sein. Was Du wissen musst, um Deinen Hund gut durch diese sensible Phase zu begleiten, erklären wir Dir hier. 

Kennzeichen, dass Dein Hund in der Pubertät ist

Eigentlich ist Dein Hund ein ganz lieber, aber von jetzt auf gleich erscheint er wie verwandelt? Dann kann das daran liegen, dass er in die Geschlechtsreife kommt. Pubertierende Hunde verhalten sich manchmal wie ausgewechselt, als hätten sie nie eine Erziehung genossen und die den Reiz der Sturheit für sich entdeckt. Anzeichen dafür, dass es jetzt so weit ist, können sein: 

  • Dein Hund verliert seine Milchzähne und sein flauschiges Fell
  • Dein Hund verfolgt die erlernten Kommandos nicht mehr
  • Hündinnen werden läufig
  • Rüden heben das Bein beim Urinieren
  • Dein Hund reagiert aggressiv oder mit rüpelhaften Verhalten auf andere Hunde
  • Dein Hund ist emotional erregbarer, reizempfindlicher (z.B. geräuschempfindlicher, empfindlich gegenüber seinem Geschirr) und hat Phasen der Angst
  • Dein Hund entwickelt rassetypische Verhaltensweisen (wie Jagdtrieb)
  • Dein Hund hat Stimmungsschwankungen, reagiert impulsiv
  • Dein Hund äußert sich verstärkt mit Lauten (wie Winseln, Knurren, Jaulen oder Bellen)
  • Rüden interessieren sich stark für Hündinnen
  • Dein Hund testet seine Grenzen aus
  • der Hund entfernt sich beim Spazierengehen weiter von Dir und kann sogar weglaufen, wenn Du ihn rufst
  • gleichzeitig kann er Trennungsängste entwickeln (fremdeln)
  • Dein Hund wirkt besonders energiegeladen, vergisst seine körperlichen Grenzen, kann Risiken nicht gut abschätzen und wird unvorsichtig [1; 2; 3; 4]. 

Das passiert im Körper Deines Hundes 

Physiologisch passiert folgendes: Die Hormone im Organismus Deines Hundes werden umgestellt. Jetzt wird beispielsweise das Hormon Dopamin verstärkt ausgeschüttet, das die Neugier Deines Hundes steigert. Dazu kommen die Bildung und Freisetzung von Geschlechtshormonen. Auch werden mehr Stresshormone freigesetzt, die die Sensitivität Deines Hundes für äußere Reize verstärkt. Die dadurch verursachten Stimmungsschwankungen sind anstrengend für Deinen Hund und machen ihn schnell müde, vielleicht auch appetitlos. Im Gehirn ist Frühjahrsputz, neue Nervenzellen werden gebildet und miteinander verbunden, nicht genutzte ausgeschaltet und abgebaut. Zwischenzeitlich können erlernte Fähigkeiten für den Moment vergessen sein und es können sich Verhaltensauffälligkeiten, wie Ängste oder Aggressionen, entwickeln. Der Bewegungsapparat und das Immunsystem sind noch nicht voll ausgereift, daher ist der Hund in dieser Phase besonders empfänglich für Überlastungen, Verletzungen und Infektionen. Daher braucht die Begleitung und Erziehung Deines Hundes jetzt besondere Aufmerksamkeit.

Mit Konsequenz und Geduld zum ausgeglichenen Hund

Wie Du nun auf Deinen Hund reagierst, kann richtungsweisend für Eure gemeinsame Zukunft sein. Zunächst einmal solltest Du es nicht persönlich nehmen, dass Dein Hund jetzt anders auf Dich reagiert bzw. bereits Erlerntes ignoriert. Er kann nicht wirklich etwas dafür, dass er sich nun weniger auf Dich verlässt, Dich vielleicht provoziert und selbstständiger werden möchte. Ganz wichtig ist es, in der Phase der Pubertät ruhig, gelassen, aber konsequent zu bleiben und dem Hund Sicherheit, Führung und Orientierung zu geben. Wenn alles gut geht, ist der Spuk der ersten Pubertät nach etwa anderthalb Jahren vorbei und ihr seid ein gutes Team geworden.    

Tipps zur Erziehung des Hundes in der Pubertät

Deinen Hund bei Nicht-Gehorsam zu bestrafen, kann kontraproduktiv sein. Möglicherweise schürst Du damit Ängste und er kommt noch weniger zu Dir, als zuvor. Wichtig ist jetzt, die grundlegenden Erziehungsschritte zu wiederholen und Erfolge zu belohnen. Das muss nicht immer mit Leckerlies sein – Dein Hund freut sich auch über überschwängliches Lob. Wichtig ist aber unbedingte Konsequenz: Eine Trainingseinheit sollte nur beendet werden, wenn sie Erfolg gebracht hat. Wenn Dein Hund allerdings beim Training zu wild wird oder Deine Grenzen austestet, dann ignoriere ihn kurzzeitig und mach mit der Erziehung weiter, wenn er sich beruhigt hat. Hilfreich können auch sein: 

  • eine lange Laufleine, die Deinem Hund Freiraum gewährt, aber nicht zulässt, dass er wegläuft oder Dich ignoriert
  • Ängste Deines Hundes ernst zu nehmen, ihm Sicherheit zu vermitteln und Abstand zu beunruhigenden Situationen oder Dingen zu halten
  • positive Interaktionen zu belohnen
  • bekannte Orte aufzusuchen, die Deinem Hund Sicherheit vermitteln
  • neue Situationen und Orte für Deinen Hund positiv zu gestalten
  • Kontakte zu anderen (älteren) Hunden und Menschen zu fördern
  • konsequent Deine Position als Rudelführer zu verteidigen und Grenzen einzuhalten, indem Du z.B. dem Hund nicht erlaubst, das Bett mit Dir zu teilen oder ihn bei übergriffigem Verhalten unterwirfst
  • viel bindungsfördernde Zeit mit Deinem Hund zu verbringen und ihm Spaß am Lernen zu vermitteln
  • mit ihm zu spielen und zu toben, aber auch für ausreichend Schmuse- und Fellpflegezeiten zu sorgen, die ihn beruhigen und Deine Führungsrolle festigen 
  • das Jagdverhalten zu unterbinden und Dein Hund bei Situationen, in denen er zu Aggressionen neigt, auf Dich zu fixieren (z.B. mit einem Stöckchen) [2; 3].

Oftmals hört oder liest man, dass der Hund in der Pubertät kastriert werden sollte. Die Meinungen dazu sind aber durchaus widersprüchlich. Die hormonellen Veränderungen während dieser Zeit sind wichtig für die geistige und körperliche Entwicklung Deines Vierbeiners. Eine Kastration birgt die Gefahr, dass Dein Hund in der Pubertätsphase stecken bleibt [3; 4]. 

Tipps für die Hundepubertät: Was Du darüber hinaus tun kannst

Dein Hund braucht jetzt viel Kraftressourcen für die körperlichen Herausforderungen. Du kannst ihn dadurch unterstützen, dass Du jetzt ganz besonders auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achtest. Es kann auch sein, dass Dein Hund durch das Größenwachstum Schmerzen verspürt, weil sich dabei die Blutgefäße verengen und Flüssigkeit auf die Knochenhaut drückt. Während dieser Zeit kannst Du die Belastung der Knochen und Muskeln Deines Hundes etwas verringern. Wichtig dabei ist auch, dass er ein gesundes Gewicht hat und nicht durch Übergewicht zusätzlich belastet wird [5]. 

Gegen Schmerzen, Ängste, Unruhe und zur Regulierung bzw. Stärkung seines Immunsystems könnten Deinem Hund CBD-Öl und unser Bio-Leindotteröl oder Schmerz und Gelenk Mix helfen. Sein Wachstum, einen gesunden Stoffwechsel und die Blutbildung kannst Du unterstützen mit unserem Aktiv und Vital Mix aus eine Vielzahl an gesunden Superfoods. Du könntest seine Regeneration in dieser anstrengenden Zeit fördern mit unserem Regenerations Mix. Und schließlich kannst Du für eine gesunde Rundumversorgung Deines Hundes sorgen mit unserem Multivitamin Mix. Wir wünschen Dir viel Kraft und Gelassenheit in dieser aufregenden Zeit.  

Quellen:

[1] Die Flegeljahre – der Hund in der Pubertät, 14.10.2019 in ein Herz für Tiere, abgerufen am 01.08.2022 von https://herz-fuer-tiere.de/haustiere/hunde/verhalten-von-hunden/die-flegeljahre-der-hund-in-der-pubertaet

[2] Pubertät bei Hunden: So meisterst du die Flegelphase, in Hunter, abgerufen am 01.08.2022 von https://www.wirliebenhunter.de/magazin/artikel/pubertaet-bei-hunden-so-meisterst-du-die-flegelphase-hunter-magazin/

[3] Pubertät beim Hund – Wenn die Halter anstrengend werden…, 16.01.2020 in Martin Rütter, abgerufen am 01.08.2022 von https://www.martinruetter.com/kiel/news/details/artikel/pubertaet-beim-hund-wenn-die-halter-anstrengend-werden/

[4] Kleymann, Maren, Pubertät beim Hund – was nun zu beachten ist, in edogs-Magazin, abgerufen am 01.08.2022 von https://www.edogs.de/magazin/pubertaet-hund/

[5] Pubertät beim Hund – was erwartet mich?, in petplan, abgerufen am 01.08.2022 von https://petplan.de/pubertaet-beim-hund-was-erwartet-mich/

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