Aufklärung: Warum Du Deinen Hund nicht küssen solltest

Bestimmt liebst Du es auch, mit Deinem Hund zu kuscheln. Schleckt Dir dabei Deine Fellnase über das Gesicht, dann bringt sie damit ihre Zuneigung zum Ausdruck. Das ist schön. Wir wissen inzwischen, dass der Körperkontakt zu Hunden nachweislich positive Auswirkungen auf die Psyche hat. Auch ein Großteil der Kommunikation zwischen Mensch und Hund läuft über die Körpersprache. Doch wo ist die Grenze, wo müssen wir aufpassen? Kürzlich ging eine Meldung durch die Presse, in der darüber berichtet wurde, dass ein Hundebesitzer nach dem Schmusen mit seinem Hund gestorben ist. Wir wollen aufklären, welche Gefahren der Hundekuss birgt und welche Vorkehrungen Du treffen solltest.  

Die Gefahr im Speichel von Hunden

Stell Dir vor, Du hast einen liebevollen Hundekuss bekommen. Wenig später verspürst Du grippeähnliche Symptome. So geschehen bei dem betroffenen Mann, der außerdem Hauteinblutungen erlitt und wenig später im Krankenhaus an einer Blutvergiftung und multiplen Organversagen starb. Zum Erstaunen der behandelnden Ärzte wurde der Betroffene von seinem Hund nicht etwa gebissen, sondern nur abgeleckt. Er litt weder an Vorerkrankungen oder an Immunschwäche, noch an besonderen Risikofaktoren, wie einer Alkoholkrankheit. Selbst der Einsatz von Antibiotika verlief erfolglos. Verantwortlich für dieses tragische Ereignis war lediglich das Bakterium Capnocythophaga canimorsus, das im Speichel von Hunden und auch Katzen vorkommt [1; 2; 3], ein Vorfall, der nur bei einem von 1,5 Millionen Menschen vorkommt. 

Das macht Capnocythophaga canimorsus

Dieser Bakterienstamm verhindert seine Zerstörung durch das menschliche Immunsystem und senkt damit die Gegenwehr stark herab. Mit Geißeln können sich die Bakterien im Wirtsgewebe fortbewegen und in die Blutbahn gelangen. So ist es ihnen möglich, Organe zu infizieren, multiple Entzündungen zu verursachen und Gewebe zu zerstören. Mögliche Folgen können beispielsweise eine Lungen-, Herzbeutel-, Hirnhaut- und/oder Gallenblasenentzündung sowie eine Arthritis sein. Innerhalb von 30 Tagen verläuft im schlimmsten Fall eine Infektion mit dem Bakterium aufgrund von Organversagen, Gefäßzerstörung und Blutvergiftung tödlich [4]. 

Warum erzählen wir davon?

Uns ist es wichtig, in möglichst allen Bereichen aufzuklären. Auch wenn der erwähnte Vorfall einige Jahre zurückliegt, birgt er doch wichtige Informationen, die Hundebesitzer wissen sollten. So wie es Deinem Hund mit Dir gut gehen soll, soll es natürlich auch Dir mit Deinem Vierbeiner gut gehen. So eng die Bindung zwischen Euch beiden auch sein mag, es hilft Deiner Fellnase nicht, wenn Du durch sie krank wirst. Bei gesunden Menschen ist die Gefahr, durch einen Hundekuss krank zu werden, nur äußerst gering. Sobald Du aber eine kleine Wunde hast, durch die Bakterien eindringen können, Dein Immunsystem aus irgendeinem Grunde geschwächt ist, Du unter einer Bluterkrankung, einer Entzündung im Mund oder Rachen, unter Alkoholkrankheit oder anderen Vorerkrankungen (wie Diabetes oder Milzleiden) leidest, können Bakterien aus dem Speichel Deines Hundes gefährlich für Dich werden. Statistisch gesehen sind besonders Männer im Alter zwischen 50 und 70 Jahren von diversen Risikofaktoren betroffen [4].  

Das kannst Du tun

Natürlich möchten wir niemanden davon abhalten, mit seinem Hund zu schmusen, ganz im Gegenteil. Dennoch möchten wir darauf aufmerksam machen, dass der Speichel von Hunden eine für den Menschen potentiell gefährliche Mikroflora enthält. Wie Du damit umgehst, möchten wir Dir selbst überlassen und können nur auf die Risikofaktoren aufmerksam machen. Vielleicht überprüfst Du Dich und Deine Angehörigen diesbezüglich und verzichtest ggf. auf Hundeküsse. Sobald Du nach dem Schmusen mit Deinem Hund grippeähnliche Symptome wahrnimmst, solltest Du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen und ihm von den Umständen erzählen, denn bei rechtzeitiger Identifikation des Bakteriums sind die Heilungschancen ganz gut. Werden die Bakterien jedoch nicht rechtzeitig entdeckt, liegt die Sterberate bei 25%. 

Quellen: 

[1] Farah, Jasmin, Hundeküsse können lebensgefährlich sein, 02.08.2022 in BW24, abgerufen am 04.11.2022 von https://www.bw24.de/welt/hund-besitzer-kuesse-lebensgefahr-bremen-mann-infektion-tod-speichel-bakterium-risikofaktor-24t-91701941.html?utm_term=Autofeed&utm_medium=Social&utm_source=Facebook&fbclid=IwAR0qAyIXw4EtZOVVDYSXSMNGHIFy_isqbAeYPWLPZgghMLNp4c7ci7tgtPk#Echobox=1667463137

[2] Mader, Naomi et. al., Being Licked by a Dog Can Be Fatal: Capnocytophaga canimorsus Sepsis with Purpura Fulminans in an Immunocompetent Man, 09.10.2019 in European Journal of Case Reports in Internal Medicine, abgerufen am 04.11.2022 von https://ejcrim.com/index.php/EJCRIM/article/view/1268/1809

[3] Farah, Jasmin, Hundeküsse können lebensgefährlich sein: Drei Personengruppen sind gefährdet, 26.08.2022 in Landtiere, abgerufen am 08.11.2022 von https://www.landtiere.de/weitere-tiere/hund-besitzer-kuesse-lebensgefahr-mann-bremen-infektion-tod-speichel-bakterium-risikofaktor-zr-91688352.html

[4] Septischer Schock nach Spiel mit dem Hund, 2018 in Swiss Medical Forum, 18(36):737-740, abgerufen am 09.11.2022 von https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2018.03284

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